Tag 11 & 12 - Helsinki (FI) zum Nordkap (NO)

Da ich am elften Tag meiner Reise kein definiertes Ziel hat, kombiniere ich diesen mit dem zwölften Tage in einem Beitrag.

An diesen beiden Tagen war das Ziel das Nordkap so schnell wie möglich zu erreichen. Ich hatte mit Friedwart, einem zweiten Österreicher ebenfalls mit einem blauen Hyundai IONIQ Electric unterwegs, das Ziel am selben Tag/Nachmittag am Nordkap zu sein - dieser Tag war Dienstag der 4. September 2018. Die Strecke von Helsinki zum Nordkap ist knapp 1.600 km lang, was mit einem IONIQ in zwei Tagen eigentlich kein großes Hindernis sein sollte. Die Schwierigkeit an der Strecke ist, dass auf etwa 500 km nur mit 22 kW Typ 2 Ladestationen geladen werden kann. Ein Ladevorgang an so einer Ladestation dauert mit dem IONIQ von leer auf voll etwa 4:30. Somit war bei den Ladevorgängen etwas Zeit. Aber alles der Reihe nach...

Um ca. 6:00 habe ich die Fähre verlassen und bin Richtung erster Ladestation gefahren. Diese war in Mäntsälä, zu der Zeit als ich dort angekommen bin, war leider noch alles geschlossen. Das heißt, mein Frühstück musste noch etwas warten. Auf der anderen Straßenseite wäre eine Tankstelle gewesen, dort hin zu kommen hätte aber zu lange gedauert. Damit ich so schnell wie möglich Vorankommen konnte, musste ich darauf achten dann weiter zu fahren wann es für die Ladegeschwindigkeit vom Auto am besten war. Nach 22 Minuten ging es schon zur nächsten Ladestation.

Sonnenaufgang beim Ladevorgang in Mäntsälä
Sonnenaufgang beim Ladevorgang in Mäntsälä

Diese war nun in Hartola direkt bei einer Tankstelle. Dort war schon alles geöffnet und ich konnte mir einen Kaffee und etwas zum essen besorgen. Nach 24 Minuten ging es wieder weiter.

Der nächste Ladehalt war in Jyväskylä geplant. In dieser Stadt gibt es eine Ladestation von Virta welche laut Kommentare bei PlugShare nicht sehr zuverlässig funktioniert. Somit habe ich die relativ neue Ladestation bei Lidl angesteuert. Da es schon etwas später war und die Öffnungszeiten in Finnland auch sehr großzügig sind, hatte ich kein Problem, da die Ladestationen von Lidl nur aktiv sind wenn das Geschäft geöffnet hat. Dort konnte ich gleich etwas einkaufen und habe den Ladestopp somit optimal nutzen können.

Nur etwa 130 km weiter bin ich bei der nächsten Ladestation stehen geblieben - 18 Minuten später ging es von dort bereits weiter.

Die nächste Ladestation war nun in Kärsämäki, dort habe ich ebenfalls einen kurzen 18-minütigen Stopp eingelegt.

Von dort ging es dann zu meiner ersten Virta Ladestation in Finnland, die noch dazu kostenlos ist. Das hat sich gut ergeben, da diese direkt bei einem Burgerladen "Hesburger" platziert ist. Mein Fast Food war dann leider nicht ganz so "fast" und das Auto schneller voll als ich mein Essen bekommen habe. Mit 94% bin ich von dort also weiter nach Haukipudas.

Ladestation mit Dach!
Ladestation mit Dach!

Dort habe ich wieder bis 94% geladen, einerseits weil es sowieso kostenlos war andererseits weil die nächsten Ladestationen auf der Strecke etwas ungewiss waren. Nach 25 Minuten ging es dann zur ersten eventuell nicht funktionierenden Ladestation.

Diese Ladestation ist von Virta und war zu dem Zeitpunkt in der App mit unbekannten Status, was nicht sehr vielversprechend ist. Als ich dort angekommen bin, konnte ich sie aber ohne Probleme mit der Virta Ladekarte aktivieren. Da auch bei der nächsten Ladestation ungewiss war ob sie funktionieren wird, habe ich hier wieder bis 94% geladen.

Und somit ging es weiter nach Keminmaa. Diese Ladestation benötigte etwas Überzeugungsarbeit fürs funktionieren. Auf PlugShare habe ich schon gelesen, dass dort einige Leute Probleme mit CHAdeMO haben. Auch das Starten von CCS verlief bei mir nicht ohne Probleme. Die selbe Routine wie immer, Kabel ans Auto angesteckt und Ladekarte zur Ladestation halten. Sieht gut aus - für eine kurze Zeit - dann Ladevorgang abgebrochen. Das hab ich 2-3 Mal probiert immer mit dem selben Ergebnis. Dann hab ich mich an Erzählungen von anderen erinnert und das Auto zugesperrt. Ladevorgang erneut gestartet und siehe da, das Auto lädt! Also wieder auf 94% geladen und zur nächsten Schnellladestation gefahren.

Diese befand sich in Rovaniemi. Zum Glück habe ich in bei der letzten Ladestation in Voraussicht auf 94% geladen, denn diese Ladestation war defekt. An dem selben Ort befinden sich noch weitere Ladepunkte, aber eben alles ziemlich langsame für mein Auto. Somit habe ich an einer kostenlosen 22 kW Typ 2 Ladestation geladen. Um die Zeit zu vertreiben dachte ich mir, gehe ich in das Einkaufszentrum. Leider sind hier im Norden die Öffnungszeiten nicht mehr ganz so großzügig und die meisten Geschäfte hatten um 19 Uhr geschlossen. Als ich ankam war es bereits 18:50. Somit bin ich nach einer Runde durch das Einkaufszentrum wieder zurück zum Auto und habe dort die restliche Zeit verbracht. Da ich mit 62% angekommen bin, musste ich nicht all zu viel Laden. Geladen habe ich auf 95% in einer Stunde und 45 Minuten.

Defekter Schnelllader in Rovaniemi - Laden an 22 kW
Defekter Schnelllader in Rovaniemi - Laden an 22 kW

Nach fast drei Stunden fahrt bin ich dann endlich an der Ladestation in Sirkka angekommen. Dieser Schnelllader funktionierte einwandfrei, somit habe ich dann in 24 Minuten wieder knapp 50% dazugeladen. Da es aber bereits 23:50 war, machte sich Müdigkeit bei mir breit. In dem selben Ort befand sich auch eine 11 kW Ladestation die nach kWh abgerechnet wird, diese war nun also mein Ziel. Diese befindet sich direkt an der Skipiste von Levi. Während das Auto geladen hat, habe ich es mir auf der umgelegten Rückbank gemütlich gemacht und eine Runde geschlafen. Nach etwa zwei Stunden war das Auto vollgeladen und ich bin zur nächsten Ladestation gefahren.

Diese Ladestation war irgendwo im finnischen Wald bei einem kleinen Campingplatz/Geschäft/Tankstelle gelegen. In der App von Fortum war diese mit 7 kW angegeben, also eigentlich super für mein Auto. Dachte mir dort kann ich dann kurz nachladen und weiterfahren, damit ich nicht ganz so lange an einer Stelle bleiben muss. Das Problem dabei war, dass diese angegebenen 7 kW offensichtlich auf die drei Phasen aufgeteilt waren und somit pro Phase etwa 2,3 kW zur Verfügung standen. Da der IONIQ nur mit einer Phase laden kann, wäre das wohl ein längerer Ladestopp geworden. Da ich ihn nicht benötigt habe, bin ich weiter nach Inari gefahren, die Ladestation dort kannte ich schon und wusste das diese 22 kW liefert.

Letztes Jahr hatte ich an der Ladestation in Inari einige Probleme und etwa eine Stunde benötigt bis das Auto endlich geladen hat. Dieses mal waren die Sorgen vollkommen unbegründet, es war eine neue Ladestation dort. Offensichtlich hatte nicht nur ich dort Probleme. Diese neue Ladestationen hat meine Ladekarte sofort akzeptiert und mit dem Ladevorgang begonnen. Es war nun 5:30 am Morgen und ich war etwas müde nach der langen Fahrt. Da der Ladevorgang nun knapp vier Stunden dauern wird, habe ich die Zeit wieder für eine Schlafpause genutzt. Kurz nach 9:15 bin ich dann zur nächsten Ladestation bei der norwegischen Grenze in Karigasniemi gefahren.

Diese Ladestation konnte ich im letzten Jahr auch nicht aktiveren, dieses Jahr hatte ich aber keine Probleme. Während des Ladens habe ich noch alle nötigen Dinge in Finnland eingekauft, bevor es ins teure Norwegen geht. Nach etwa zwei Stunden Ladezeit und mit 96% habe ich mich auch den Weg nach Norwegen gemacht. Beim nächsten Ladestopp sollte ich dann auf Friedwart treffen.

Angekommen in Olderfjord war Friedwart schon etwa eine Stunde am Laden. Ich habe dann auch noch 1,5 Stunden geladen und wir sind gemeinsam zur nächsten Ladestation gefahren.

Laden in Olderfjord
Laden in Olderfjord

Am Scandic Hotel in Honningsvåg konnten wir dann parallel Laden. Nach einem kurzen Einkauf und dem Abendessen, sind wir gemeinsam zum Nordkap gefahren. Da das Wetter dort leider nicht sehr gut war, haben wir beschlossen es am nächsten Morgen noch einmal zu versuchen. Gleichzeitig wollten wir auch wissen, ob es möglich ist bei dem Globus Fotos mit den Autos zu machen. Dazu bekamen wir die Auskunft, dass es nicht erlaubt sei, aber wenn wir zu einem Zeitpunkt kommen wo sie nicht offen haben, können sie und nicht aufhalten ;) Somit war dann der Plan am nächsten Morgen um 5 Uhr zum Nordkap zu fahren.

Sind also wieder zurück nach Skarsvåg wo wir auf einem Campingplatz übernachtet haben und gleichzeitig die Autos laden konnten.

An diesen beiden Tagen bin ich also gesamt etwa 1600 km gefahren. Der Durchschnittsverbrauch lag etwa bei 12,7 kWh/100km.

Kategorien: Road Trip 2018