Tag 1 - Perchtoldsdorf (AT) nach Pritzwalk (DE)

Der erste Tag meines Road Trips hat bereits sehr früh am Morgen begonnen. Es war 03:45 als ich meine Zoe gestartet habe und Richtung Deutschland aufgebrochen bin. Es gab, wie an eigentlich allen Tagen der Reise kein fixes Ziel. Ich hatte natürlich eine ungefähre Ahnung wie weit ich circa kommen muss, damit ich das Nordkap erreich und danach wieder rechtzeitig zurück bin. Der erste Stopp des Tages war die Ella Ladestation bei Wieselburg, durch starken Gegenwind stieg der Verbrauch doch deutlich höher als ich es auf dieser Strecke gewohnt war. Es ging aber gut und ich erreichte die Ladestation ohne Probleme. Der nächste Ladestopp war nun der Marktplatz in Wels. Bei diesem Stopp war es bereits fast 7 Uhr. Ich habe die Ladung ohne Probleme per Bankomatkarte starten können. Während dem Aufladen bin ich eine kleine Runde durch Wels gegangen, wo anscheinend am Vorabend eine Veranstaltung war und die Stadt gerade wieder gereinigt wurde. Es sollte am selben Tag eine weitere Veranstaltung stattfinden, gut das ich bereits so zeitig in der Früh dort war.

Nachdem ich wieder beim Auto war, war es schon bereit für die nächste Streck. Auf dieser Strecke ging es jetzt über die Grenze nach Deutschland, wo die Grenzkontrollen um diese Uhrzeit zum Glück noch ohne Stau passiert werden konnten. Der Ladehalt war nun die Autobahnraststätte Donautal Ost, wo ein Schnelllader von Tank&Rast (mit markierten Ladeplätzen!) aufgestellt ist. Geladen wurden in 28 Minuten 15 kWh um die nächste Ladestation zu erreichen.

Diese Ladestation ist bei der Autobahnraststätte Bayrischer Wald Nord, es handelt sich dabei wieder um eine Ladesäule von Tank&Rast welche Gratis genutzt werden konnte. Da die Distanz zwischen den beiden Ladestationen nur 63 km betragen hat, hat die Ladung nun ein bisschen länger gedauert und weniger Energie in den Akku gebracht.

Autobahnraststätte Bayrischer Wald Nord Autobahnraststätte Bayrischer Wald Nord

Der nächste halt war nun die Autobahnraststätte Jura Ost. Diese ist 97 km entfernt und dementsprechend war der Akkustand schon geringer, somit konnte das Auto auch wieder schneller geladen werden. In dem 32 Minuten wurden über 18 kWh in den Akku geladen. Auf dem Weg zur nächsten Ladestation war ich bei der Beschilderung an der Autobahn kurz verwirrt und habe natürlich prompt die falsche Abfahrt genommen. Nämlich genau die entgegengesetzte wie ich im Nachhinein gesehen habe! Egal, ich hatte genug Reichweite um die Ladestation ohne Probleme zu erreichen.

Diese war nun die Autobahnraststätte Fränkische Schweiz/Pegnitz Ost. Bei diesem Ladehalt hat Thomas Wolf ein Interview mit mir über meinen Urlaubsplan gemacht. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir ja alle noch nicht wie das ganze enden wird...Nach 35 Minuten und knapp 18 geladenen Kilowattstunden ging die Reise weiter in den Norden. Nächster Halt: Autobahnraststätte Frankenwald Ost! Kurz nachgeladen und nach 22 Minuten ging es auch schon wieder weiter.

Autobahnraststätte Fränkische Schweiz/Pegnitz Ost Autobahnraststätte Fränkische Schweiz/Pegnitz Ost

Eine weitere Ladestation später war dann kurz Zeit für ein schnelles Mittagessen, es war mittlerweile 16 Uhr. Das Laden hat an dieser Ladestation ein bisschen länger gedauert, vermutlich war der Akku schon ein bisschen warm. Es war mir bereits zu warm, und ich war froh dass ich immer weiter in den Norden fahren werde. Nach 28 Minuten Laden und 96% Ladestand ging die Reise weiter zur letzten Tank&Rast Ladestation vor Berlin. Diese war nun die Autobahnraststätte Köckern Ost. Jetzt hieß es nochmals ziemlich voll machen am 43 kW Lader, die nächste Lademöglichkeit war dann nur noch 22 kW.

Dafür habe ich mir im Vorhinein eine Ladesäule in Beelitz herausgesucht. Diese ist nicht allzu weit von der Autobahn entfernt, bietet aber immerhin 22 kW gratis an. Der Stopp war als kurzer Zwischenhalt geplant um danach bei der Crowdfunding Ladestation in Nauen zu Laden.

Was im Nachhinein ein großer Fehler war. Diese Ladestation war nicht zu finden, dann vermutete ich das ich sie gefunden haben, sie aber vollkommen zugeparkt war. Weiters war der Kasten verschlossen und keinerlei Hinweise darauf wie man diesen Öffnen kann. Kurz das Ladestationsverzeichnis geöffnet und nachgesehen wo die nächste Möglichkeit ist. Die 22 kW bei einer Ladestation in Friesack waren zu verlockend, auch wenn die Reichweite vom Auto exakt mit der Entfernung zum Zielpunkt übereingestimmt hat. Wieder ein großer Fehler! Ich musste schon sehr langsam fahren damit ich meinen Zielpunkt noch erreichen konnte. Als ich diesen erreicht habe, konnte ich die Ladestation nicht finden. Mir hat dann ein Anwohner gedeutet, wo sich die Ladestation befindet. Dort dann das böse Erwachen, an dieser Ladesäule waren zwei Autos eines Betreuungsdienstes angeschlossen und haben gemütlich vor sich hin geladen. Es war natürlich Samstagabend, also keinerlei Aussicht das da in nächster Zeit jemand kommt und eines dieser Fahrzeuge entfernt. Somit war ich nun gestrandet in Friesack, die beiden Herren die neben der Ladestation gewohnt haben und mir gedeutet haben wo diese ist, waren leider nicht bereit dazu, dass ich mein Auto bei ihnen Anstecken darf. (Habe natürlich angeboten die Stromkosten zu übernehmen!) Sie meinten vielleicht kann man mir an der Tankstelle, die ein bisschen außerhalb von Friesack ist, weiterhelfen. Dort war die Hilfsbereitschaft leider genauso groß wie im Ort, nämlich nicht vorhanden. Man meinte dort, sie haben keinen Strom! Wie die Beleuchtung und der Rest der Tankstelle funktioniere, wollte ich dann nicht nachfragen.

Batterie leer Batterie leer

Somit war ich nun gestrandet am ersten Tag meiner Reise bei einer Tankstelle irgendwo in Deutschland - 35 km entfernt von der nächsten Schnellladestation. Also, was blieb mir anderes über als die Assistance von Renault anzurufen. Anruf bei der Assistance erfolgte um ca. 21:30 - um 01:30 war ich dann endlich, nach stundenlangem Warten bei der Ladestation angekommen.

Allego in Neuruppin Allego in Neuruppin

Was habe ich daraus gelernt: Ich hätte genauer in dem Ladestationsverzeichnis nachsehen müssen, dann hätte ich gesehen dass eine 11 kW Ladestation nur knappe 10 km entfernt gewesen wäre. Selbst wenn ich an dieser vollgeladen hätte, hätte das ganze nur 2 Stunden gedauert. So habe ich nun über 4 Stunden verloren und war auch schon dementsprechend müde.

Um 03:00 Uhr habe ich schließlich das Hotel erreicht und konnte nach über 24 Stunden endlich schlafen. Damit war der erste Tag beendet, etwas aufregender als ich gedacht habe! An diesem ersten Tag habe ich bereits ein Viertel meiner gesamten Strecke zum Nordkap zurückgelegt. Genau waren es 1027,2 km. Dabei hat das Auto 159 kWh verbraucht und bei der Fahrt durch die Rekuperation wieder 4 kWh dazugewonnen.

Posted in Road trip 2017 on Jul 08, 2017